23.10.2026

Krimi-Sudoku

Sudoku-Logik trifft Mordfall: 80 farbige Tatorte, steigende Schwierigkeit und ein Täter, der am Ende allein mit dem Opfer war.

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Mord nach Zahlen

Du hast so lange Sudokus gelöst, dass dir die Ziffern 1 bis 9 im Schlaf begegnen? Dann wird es Zeit, dass bei der Sache jemand stirbt. Zum Glück nur auf dem Papier, und zwar mit Ansage.

Sudoku, Krimi, Mörder

Sudoku mit Leiche

Im Rätselbuch Murdoku steckt hinter jedem Rätsel ein Tatort: eine Bäckerei, ein Casino, eine Oper oder ein Bauernhof. Auf dem Plan sind Räume, Möbel, Pflanzen und Tiere eingezeichnet. Dazu kommen mehrere Verdächtige und ein Opfer, das leider nicht mehr mitspielen kann. Deine Aufgabe: Du findest heraus, wo jede Person stand, und entlarvst so den Täter. Das Buch von Manuel Garand enthält 80 solcher Fälle auf 208 Seiten.

Die Mechanik kommt vom Sudoku, das Erzählprinzip von klassischen Logicals. Statt Ziffern sortierst du also Verdächtige in ein Raster. Das klingt nach Schreibtisch, fühlt sich aber an wie ein Mini-Krimi: Jeder Fall hat eine eigene Szene und mindestens einen Menschen, der am Ende ziemlich nervös wird.

Vorkenntnisse brauchst du keine. Wer nur grob weiß, wie Sudoku geht, steigt problemlos ein, denn die ersten Fälle führen dich langsam an die Logik heran. Und falls du dich verrennst, hast du ja noch den Radiergummi, ganz ohne Kommissar.

So funktioniert's

Die Grundregel kennst du vom Sudoku: Jeder Verdächtige steht in einer eigenen Zeile und in einer eigenen Spalte. Dazu kommen Hinweise wie "Anna steht in der Küche" oder "Ben sitzt neben dem Sofa". Jeder Hinweis streicht Möglichkeiten aus dem Raster, bis für jede Person nur noch ein Platz übrig bleibt.

Am Ende zeigt sich, wer allein mit dem Opfer im Raum war. Das ist dein Täter. Alibis prüfen oder Fingerabdrücke nehmen musst du nicht. Dein Werkzeug besteht aus Bleistift und Radiergummi, wobei der Radiergummi öfter zum Einsatz kommt, als du zugeben willst.

Wenn du das Prinzip einmal verstanden hast, gehen die ersten Fälle flott von der Hand. Das erzeugt dieses angenehme Gefühl, ein Genie zu sein, kurz bevor der nächste Fall dich wieder auf den Boden holt.

Leicht bis knifflig

Die 80 Fälle werden Schritt für Schritt schwerer. Die ersten Tatorte dienen zum Aufwärmen, später wird es anspruchsvoll. Dadurch kommen Einsteiger genauso auf ihre Kosten wie Leute, die Sudoku zum Frühstück lösen. Empfohlen ist das Buch ab 14 Jahren, nach oben gibt es keine Grenze.

Für Abwechslung ist gesorgt: Mal ermittelst du bei einem Schachturnier, mal in einem Luxusapartment am Strand. Manche Rätsel bringen zusätzliche Regeln mit, die für unerwartete Wendungen sorgen. Alle Szenen sind farbig und handgezeichnet, und jedes Detail kann zur Lösung beitragen, auch die Zimmerpflanze in der Ecke. Die ist bei Kriminalfällen sowieso immer verdächtig.

Was Leser sagen

Auf Buchportalen wie LovelyBooks und Lesejury fällt vor allem ein Wort auf: süchtig. Eine Leserin beschreibt das Buch als spannendes Krimirätsel, das schnell zum Dauerbrenner wird. Eine andere freut sich darüber, dass die Rätsel wie beim klassischen Sudoku aufeinander aufbauen. Du lernst also von Fall zu Fall dazu und kennst nach einigen Seiten die typischen Tricks.

Erschienen ist das Taschenbuch im Mai 2026 bei riva, die deutsche Übersetzung stammt von Tanja Schröder. Das Original von Manuel Garand erschien zuvor auf Englisch. Der Autor kommt aus Montreal, seine Rätsel wurden unter anderem in der Financial Times veröffentlicht.

Für wen ist das was?

Das Buch passt zu Sudoku-Fans, die etwas Neues suchen, und zu True-Crime-Fans, denen Podcasts auf Dauer nicht genügen. Mit 208 Seiten ist es handlich genug für Rucksack, Zugfahrt und Wartezimmer. Und weil du pro Fall nur Papier und Stift brauchst, kannst du auch dort ermitteln, wo kein Akku mehr durchhält. Der Ladenpreis liegt bei 14 Euro.

Auch als Geschenk funktioniert es gut, etwa für Menschen, die schon alles haben, aber noch keinen Mord gelöst haben. Wenn du alle 80 Fälle durch hast, wartet mit "Murdoku Band 2: Auf Zeitreise" schon ein Folgeband. Dann hast du zwar jeden Mörder gefunden, aber noch lange nicht genug.


zum Rätselbuch


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